Seminare 2017

RÜDESHEIM - „Cybersicherheit muss Chefsache werden“, fordert Versicherungsfachwirt Philipp Voss und warnt die rund 20 anwesenden Mitglieder des Rüdesheimer Gewerbevereins. „Kleine und mittelständische Unternehmen sind zunehmend von Hackerangriffen, Erpressungstrojanern und gefälschten E-Mails betroffen“, sagt der 35-Jährige. Gespanntes Schweigen im Seminarraum der Altdeutschen Weinstube in Rüdesheim.

Der Referent erinnert an die Cyberattacke vom 12. Mai 2016, als der Schädling „WannaCry“ über 230 000 Computer in 150 Ländern infizierte. Der Grund: Nutzer des Betriebssystems Windows XP hatten wichtige Updates nicht installiert.

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Unter dem Begriff Cyber ist alles zu verstehen, was eine Verbindung zum Internet hat.

Hacker beschäftigen sich mit Sicherheitsmechanismen und deren Schwachstellen.

Denial of Service: Auslastung von Webservern, Zusammenbruch der Infrastruktur als Folge.

Fake President: „Enkeltrick“ – Vorspiegelung falscher Tatsachen, um gezielt Geld zu erbeuten.

Phishing-Mails: Gefälschte E-Mails zum Ausspionieren oder Laden von Schadcodes.

Webbasierte Schadsoftware: 145 Millionen Internetseiten sind allein 2015 infiziert worden.

Würmer und Trojaner: Programme, die Schaden anrichten wollen. Täglich entstehen 350 000 neue Formen.

„Die aktuellen Angriffe zeigen, wie verwundbar unsere digitalisierte Gesellschaft ist. Sie sind ein erneuter Weckruf für Unternehmen, IT-Sicherheit endlich ernstzunehmen und nachhaltige Schutzmaßnahmen zu ergreifen“, sagt Voss.

Unerlässlich: regelmäßige Datensicherung als Schutz

Eine dieser Schutzmaßnahmen sei die regelmäßige Datensicherung. Dafür plädiert auch Thorsten Franzke, IT-Fachmann und Firmeninhaber von Serv-U in Rüdesheim: „Kriminelle Hacker sind zunehmend auf großen Datenverlust bei ihren Opfern aus, um Lösegeld gegen Wiederherstellung der Daten zu erpressen.“

Deutschland hat 2013 den traurigen 1. Platz bei Schäden durch Cyberangriffe belegt: 46 Milliarden Euro an Kosten wurden so verursacht, meldet der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). 30 Prozent der Unternehmen hätten 2014 einen IT-Sicherheitsvorfall festgestellt, zwei Drittel der Vorfälle seien von Mitarbeitern verursacht worden – beispielsweise durch verseuchte USB-Sticks oder durch das Öffnen von manipulierten Websites. Cyberkriminalität boomt. Es gibt weltweit schätzungsweise 60 global agierende Cybercrime-Organisationen. Da verwundert es nicht, dass Cyberrisiken laut GDV 2016 zur drittgrößten Befürchtung von Unternehmen gewählt wurden. Sie stellen mittlerweile das zweitgrößte überhaupt versicherbare Risiko nach Betriebsunterbrechungen dar.

Das Internet der Dinge soll Menschen unterstützen

Doch Voss will keine Panik verbreiten. „Wo Licht ist, da ist eben auch Schatten“, sagt der Firmenberater. Das Internet der Dinge soll den Menschen schließlich bei seinen Tätigkeiten unterstützen. Und vieles funktioniere ja auch schon: Paketverfolgung über das Internet, Digitale Steuerung der Haushalte (Smart Home), die automatische Nachbestellung von Druckerpatronen über Amazon. „Ich finde das nicht schlimm“, sagt er. „Wir sind schon in dieser Zukunft, in der das Internet für uns denkt.“ Google wüsste schon, was wir suchen, bevor wir zu Ende getippt haben. Problematisch sei allerdings, dass Kriminelle ihre Aktivitäten zunehmend auf das Internet ausgeweitet haben. „Die Einschläge kommen immer häufiger und die Schäden werden größer.“ Waren es in den 1990er Jahren noch vielfach Dumme-Jungen-Streiche, hätten IT-affine Ganoven heute große Erpressungssummen im Sinn.

Da würden auch gezielt Mitarbeiter aus der Buchhaltung eines Unternehmens über Facebook ausgekundschaftet, um dann per Anruf zu behaupten, der Chef stecke im Ausland fest und brauche eine vierstellige Summe, damit ihm geholfen werden könne. Viele gutgläubige Mitarbeiter seien auf diesen „Fake President“-Trick schon hereingefallen. Der größte Versicherungsfall liege aktuell bei 17 Millionen Euro, berichtet Voss.

Viele Unternehmensvertreter würden argumentieren: „Warum sollte jemand ausgerechnet mir schaden wollen?“ Doch es stecke keine persönliche Absicht dahinter. 98 Prozent aller Hackerangriffe seien reiner Zufall.

Als größtes Risiko nennt Voss jedoch „das Verschlafen der Digitalisierung“. Geschärfte Sinne bei allen Aktivitäten, regelmäßige Sicherheitsupdates und Datensicherung könnten viele Probleme im Vorfeld verhindern.

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